10 Jahre Mediation
eine Reise zu mir selbst

10 Jahre Mediation - eine Reise zu mir selbst

10 Jahre Mediation – eine Reise zu mir selbst

Wenn ich heute auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, sehe ich nicht einfach nur eine berufliche Entwicklung. Ich sehe eine Reise. 
Eine, die viel weniger im Außen stattgefunden hat, als ich damals gedacht hätte – und dafür umso mehr in mir selbst.


Begonnen hat alles mit meiner Mediationsausbildung bei der IHK Westerham. Ich erinnere mich noch gut an diese Zeit: viel Neugier, ein gewisses Maß an Unsicherheit und gleichzeitig das Gefühl, dass ich hier etwas gefunden habe, das mich auf eine besondere Weise anspricht.
Damals konnte ich noch nicht ahnen, wie sehr mich dieser Weg verändern würde.


Es folgten wichtige Stationen, die mich fachlich geprägt haben: meine Zeit bei Ponschab und Partner, die Arbeit in der Schulmediation bei MZM und schließlich die Ausbildung zur Familienmediatorin. 

Parallel dazu war ich weiterhin in Patentanwaltskanzleien tätig – ein Umfeld, das geprägt ist von Präzision, Struktur und klaren Prozessen.


Rückblickend war genau diese Kombination für mich unglaublich wertvoll. Auf der einen Seite die Klarheit und Sachlichkeit der juristischen Arbeit, auf der anderen Seite die Tiefe, die Menschen und ihre Konflikte mit sich bringen. Zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen – und die sich für mich doch immer mehr ergänzt haben.


Was sich jedoch im Laufe der Jahre am stärksten verändert hat, war nicht mein Lebenslauf. Es war meine Haltung.

Mediation ist für mich längst mehr als ein Werkzeug oder eine Methode. Sie ist zu einer inneren Haltung geworden – zu einer Art, die Welt zu betrachten und mit ihr in Beziehung zu gehen.


Ich habe gelernt, anders zuzuhören. Wirklich zuzuhören.

Nicht nur, um zu verstehen, was gesagt wird – sondern auch, was zwischen den Zeilen liegt.

Ich habe gelernt, Spannungen auszuhalten, ohne sofort nach einer Lösung greifen zu müssen. Das fiel mir anfangs alles andere als leicht. Doch genau in diesem Aushalten liegt oft der Schlüssel für echte Klärung.


Und ich habe gelernt, dass Entwicklung selten geradlinig verläuft. Es gab immer wieder Momente, in denen ich gezweifelt habe – an mir, an meinem Weg, an meinen Fähigkeiten. Heute weiß ich, dass genau diese Phasen entscheidend waren.


Wenn ich mir Fotos aus dieser Zeit anschaue, sehe ich nicht nur eine äußere Veränderung. Ich sehe eine andere Franziska. 

  • Eine, die noch viel stärker im Außen orientiert war. 
  • Die schneller bewertet hat. 
  • Die Lösungen gesucht hat, bevor sie wirklich verstanden hat.


Mit der Zeit hat die Mediatorin in mir immer mehr Raum eingenommen.
Nicht nur in Gesprächen mit anderen, sondern auch im Umgang mit mir selbst.

Ich bin geduldiger geworden. Klarer. Und gleichzeitig offener.


Und vielleicht ist genau das die größte Veränderung: Ich bin mir selbst näher gekommen.

Diese Entwicklung wäre ohne die Menschen an meiner Seite nicht möglich gewesen.


Mein Mann Bernd hat mich damals ermutigt, diesen Weg überhaupt zu gehen. Oft braucht es genau diesen einen Menschen, der etwas in uns sieht, bevor wir es selbst erkennen können.


Meine Kinder Fiona und David haben mich über die Jahre hinweg begleitet – manchmal ganz praktisch, wenn sie meine „Übungssituationen“ miterlebt haben, und manchmal auf eine stille, aber sehr berührende Weise. Heute habe ich oft das Gefühl, dass sie vieles von dem, was Mediation ausmacht, ganz selbstverständlich leben.


Auch beruflich gab es prägende Wegbegleiter. Reiner Ponschab hat mir bei Ponschab und Partner nicht nur eine Chance gegeben, sondern mir auch das Vertrauen geschenkt, dass ich diesen Weg gehen kann. Dieser Glaube von außen kann unglaublich kraftvoll sein.


Und dann sind da all die Menschen, die mich herausgefordert haben. Die mich aus meiner Komfortzone gelockt haben. Die mehr in mir gesehen haben, als ich selbst sehen konnte.

Juliane Wünschmann hat mir geholfen, gerade in schwierigen Situationen zu wachsen und neue Perspektiven einzunehmen.

Nadine Greck inspiriert mich bis heute mit ihrer Energie, ihrer Klarheit und ihrer Begeisterung für Mediation. Unsere Verbindung ist für mich etwas ganz Besonderes.

Heute bin ich seit fast drei Jahren vollständig selbstständig. 
Ein Schritt, der Mut gebraucht hat – und der sich gleichzeitig sehr stimmig anfühlt.


Denn ich habe das Gefühl, angekommen zu sein. Nicht im Sinne eines Endpunkts, sondern eher als ein Ankommen bei mir selbst.


Und gleichzeitig spüre ich: Diese Reise ist noch lange nicht zu Ende.


Es gibt noch so viel zu lernen, zu entdecken und zu entwickeln – fachlich und persönlich. Und genau das macht diesen Weg für mich so lebendig.


Wenn ich heute auf die letzten zehn Jahre schaue, dann vor allem mit einem Gefühl: Dankbarkeit.


  • Für die Erfahrungen. 
  • Für die Herausforderungen. 
  • Für die Menschen. 
  • Und für den Mut, diesen Weg gegangen zu sein.


Denn manchmal beginnt die wichtigste Reise genau dort, wo wir uns entscheiden, einen ersten Schritt zu gehen. 🌿